INCI-Zusammensetzung von Kosmetika – wie liest man sie?
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Für bewusste Verbraucher ist die Zusammensetzung von Kosmetika ein äußerst wichtiges Thema. Auf Verpackungen tauchte es allerdings erst in den 1970er-Jahren auf, beschrieben mit der mysteriösen Abkürzung INCI. Doch wie liest man die Inhaltsstoffe, worauf muss man besonders achten und welche Inhaltsstoffe sollten vermieden werden? Überprüfen!
INCI - Abkürzungserweiterung und ihre Bedeutung
Die Abkürzung INCI kommt aus dem Englischen (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) und bezeichnet das weltweit anerkannte, internationale System zur Benennung der Inhaltsstoffe, aus denen ein bestimmtes Kosmetikum besteht. Eine wichtige Rolle bei der Entstehung der INCI spielt auch die Verpflichtung, diese auf dem Etikett oder der Verpackung anzugeben. Wenn bei den Produkten nicht genügend Platz vorhanden ist, ist es notwendig, dem Kosmetikum eine Broschüre oder ein Faltblatt mit detaillierten Informationen zur Zusammensetzung beizufügen.
Wie liest man die Inhaltsstoffe von Kosmetika?
Genaue Informationen über die Zusammensetzung der im Handel erhältlichen Kosmetika sind aus Sicht bewusster Verbraucher äußerst wichtig, die die Besonderheiten ihrer Haut kennen und ein Produkt auswählen möchten, das ihren Bedürfnissen am besten entspricht. Auch wenn bei uns eine allergische Reaktion auftritt oder es lediglich zu Hautreizungen kommt, ist es sehr wichtig, die Zusammensetzung von Kosmetika zu überprüfen.
Auch die Reihenfolge der Inhaltsstoffe in der INCI-Liste ist wichtig. Sie sind so angeordnet, dass wir wissen, welche in der Zusammensetzung am häufigsten vorkommen, und enden mit Substanzen, die auch nur in Spuren im Kosmetikum vorkommen.
Leider sind es immer die wertvollsten Stoffe, die ganz oben auf der Zutatenliste stehen und für die eigentliche Wirkung des Kosmetikums verantwortlich sind. Beachten Sie außerdem die Regel, dass alle weiteren Inhaltsstoffe nach den Duftstoffen nur in sehr geringen Mengen vorhanden sind.
Aufteilung der kosmetischen Grundstoffe
Jedes Kosmetikum lässt sich in drei Hauptunterkategorien unterteilen, die in ihrer Kombination ein in Drogerien erhältliches Produkt ergeben. Hierzu zählen: Wirkstoffe, Grundstoffe und Hilfsstoffe.
Wirkstoffe
Sie sind das Herzstück und die wichtigste Inhaltsstoffgruppe eines Kosmetikums – sie bestimmen dessen Wirkung und Wirksamkeit. Wirkstoffe können in mehrere Untergruppen unterteilt werden. Feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe, darunter Substanzen wie Feuchthaltemittel und Erweichungsmittel, sind perfekt für jeden Hauttyp. Beruhigende und regenerierende Inhaltsstoffe – besonders empfohlen für empfindliche und reife Haut. Antibakteriell und regulierend – perfekt für fettige und zu Akne neigende Haut . Peeling und aufhellend – geeignet sowohl für Haut mit Verfärbungen und Pigmentflecken als auch in kleineren Mengen für andere Hauttypen, um die Farbe auszugleichen und abgestorbene Hautzellen zu entfernen .
Grundbestandteile des Kosmetikums
Diese Gruppe von Inhaltsstoffen kommt am häufigsten in Form von Wasser, Alkohol oder Fettsubstanzen vor. Wasser ist das Hauptlösungsmittel, das das Volumen des Produkts erheblich erhöht. Die Einschränkungen hinsichtlich seiner Reinheit und Klarheit sind sehr hoch und müssen strikt eingehalten werden. Darüber hinaus hat Wasser großen Einfluss auf die Konsistenz des Produktes und dient als Träger aller darin gelösten Wirkstoffe.
Eine andere Form sind Alkohole wie Ethanol. Leider sind sie sehr reizend, insbesondere bei empfindlicher Haut, und können zu Austrocknung führen, weshalb sie am häufigsten in Kosmetika für zu Akne neigende Haut verwendet werden. In diesem Fall sollten Sie es jedoch nicht übertreiben.
Zu den Grundzutaten zählen auch Fette, welche als Träger für lipophile Wirkstoffe dienen. In Kosmetika kommen sie eher selten vor, da sie die reichhaltige Konsistenz der Produkte stark beeinträchtigen und dazu führen, dass Kosmetika einen Fettfilm auf der Haut hinterlassen. Sie sind jedoch hervorragende Erweichungsmittel und bilden eine Schutzschicht. Sie verhindern außerdem den Wasserverlust der Haut.
Hilfsstoffe
Zu ihren Hauptaufgaben gehört es, Kosmetika einen charakteristischen Duft, Farbe, Haltbarkeit und sogar einen für die Haut geeigneten pH-Wert zu verleihen. Sie kommen in Form von Emulgatoren, Farbstoffen, Stabilisatoren und Konservierungsmitteln vor. Die Anteile der Hilfsstoffe Fett und Wasser im Kosmetikum werden so gewählt, dass eine gleichmäßige, stabile Emulsion entsteht, ohne dass es zu einer Entmischung kommt.
Inhaltsstoffe in Kosmetika, die es zu vermeiden gilt
Chemische Substanzen, die immer noch in Kosmetika enthalten sind, geben zunehmend Anlass zur Sorge und sorgen für Kontroversen. Was sind sie, wofür sind sie zuständig und warum lohnt es sich, sie zu kennen?
Mineralöl und Paraffin
Dabei handelt es sich um Stoffe, die bei der Destillation von Erdöl entstehen. Leider sind sie in der Kosmetik sehr verbreitet, vor allem aufgrund ihrer geringen Produktionskosten und ihrer glättenden und die Hautstruktur nivellierenden Eigenschaften. Darüber hinaus fungieren sie als Lösungsmittel für andere Inhaltsstoffe und erhöhen das Volumen des Produkts deutlich.
Leider verfügen sie selbst über keine pflegenden Eigenschaften. Sie bilden nicht nur einen Fettfilm auf der Hautoberfläche, der die Feuchtigkeit am Verdunsten hindert, sondern auch die Haut am Atmen hindert und ihre natürlichen Funktionen, wie etwa die Schweiß- und Talgsekretion, blockiert, was maßgeblich zur Entstehung von Akne-Läsionen beiträgt.
Silikone
Farblose Öle und Wachse, die meist verwendet werden, um der Haut oder dem Haar eine spürbare Weichheit und Geschmeidigkeit zu verleihen. Sie sind Inhaltsstoffe, die in fast allen Kosmetika wie Cremes, Grundierungen, Körperbutter, Ölen und Haarmasken enthalten sind. Ihre Funktion besteht darin, eine Schutzschicht auf der Oberfläche der Haut oder des Haares zu bilden. Ähnlich wie Mineralöl und Paraffin können sie jedoch die Poren verstopfen und zur Bildung eitriger Läsionen führen.
Parabene
Scheinbar harmlose Stoffe, die in Kosmetika das Wachstum von Pilzen und Bakterien verhindern. Leider lösen sie häufig allergische Reaktionen aus und können sich auf der obersten Hautschicht ansammeln. Aufgrund ihrer Durchdringung in den Blutkreislauf und ihrer möglichen Karzinogenität sollten Sie auch Parabene meiden.
Glykole: PEG und PPG
PEG oder Polyethylenglykol ist ein viskositätserhöhender Stoff, der als Reinigungssubstanz beispielsweise in Seifen oder Duschgels verwendet wird.
PPG oder Polypropylenglykol ist eine viskose, alkoholische Flüssigkeit, die einen Film auf der Hautoberfläche bildet und so den Wasserverlust verhindert. Darüber hinaus ist es sehr häufig als Zutat in Zahnpasten und Deosticks enthalten.
Leider handelt es sich dabei um Stoffe, die zu großen Teilen direkt in die Blutbahn gelangen und dort starke Hautreizungen hervorrufen können, die großflächige Ausschläge, Entzündungen und Juckreiz verursachen.
Penetrationsfilter
Chemische Sonnenschutzmittel enthalten relativ viele Substanzen, die nicht nur die Haut reizen, sondern auch in den Blutkreislauf gelangen können, was zu Störungen des Hormonsystems und der Funktion der inneren Organe führen kann. Darüber hinaus sind sie für die natürliche Umwelt sowie für die in den Meeren und Ozeanen lebenden Tiere sehr giftig.