Wann ist ein Kosmetikum natürlich?
In der Natur finden Sie alles, was Sie für ein schönes Aussehen und eine gute Gesundheit benötigen.
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Das Geheimnis der Naturkosmetik liegt in der Harmonie der enthaltenen Stoffe und ihrer Schönheitswirkung. Sie sind haut- und umweltfreundlich. Jeder Schritt ihrer Herstellung wird durch streng definierte chemische oder physikalische Prozesse bestimmt. Die Naturpflege basiert auf einer ganzheitlichen Betrachtung von Mensch und Natur.
Immer mehr Menschen möchten im Einklang mit den Grundsätzen der Ökologie leben und sind sich der negativen Auswirkungen synthetischer Inhaltsstoffe auf die Haut (und die Gesundheit) bewusst. Daher die Hinwendung zu Naturprodukten. Sie schöpfen aus den reichhaltigen Ressourcen der Natur, werden aus sorgfältig ausgewählten Inhaltsstoffen hergestellt und enthalten keine schädlichen Substanzen (einschließlich Erdölprodukte, Parabene, künstliche Farbstoffe, Silikone, Paraffin). Sie gelten als High-End-Pflegeprodukte. Ihr Preis hängt außerdem davon ab: Handarbeit, Kleinserien und die Tatsache, dass viele von ihnen in kleinen, oft familiengeführten Manufakturen hergestellt werden. Damit ein Kosmetikum als natürlich bezeichnet werden darf, müssen allerdings streng definierte Standards eingehalten werden.
Natürlich – was bedeutet das?
Naturkosmetik unterliegt strengen Kriterien. In Europa werden sie hauptsächlich vom Expertenausschuss für kosmetische Mittel des Ausschusses für öffentliche Gesundheit des Europarats (ESCOP) festgelegt . Eine Naturkosmetik ist ein Produkt, das unter Verwendung natürlicher Substanzen der Verschönerung und Pflege dient, haut- und umweltfreundlich ist, die Gesundheit fördert, die Selbstregulation des Körpers unterstützt und dazu beiträgt, die natürliche Schönheit und die harmonische Entwicklung von Körper und Geist lange zu bewahren.
Es sollte eine einfache Zusammensetzung haben und zu mindestens 95 Prozent bestehen. Die Substanz muss aus der Natur kommen. Dies ist eine Anforderung von Ecocert, einer 1991 in Frankreich gegründeten Zertifizierungsstelle für Kosmetikprodukte. Naturkosmetik darf keine gentechnisch veränderten Rohstoffe, keine synthetischen Emulgatoren, Duft- und Farbstoffe, keine künstlichen Fette, Öle, Silikone und Paraffine enthalten.
Bei einer Naturkosmetik wird in keinem Produktionsstadium an Tieren getestet und Rohstoffe tierischen Ursprungs müssen natürlich erzeugt sein (z. B. Honig). Dass das Produkt unter ethischen Bedingungen hergestellt wurde, erkennt man an dem Hasen-Symbol auf der Verpackung.
In der Naturkosmetik ist eine Sterilisation durch radioaktive Bestrahlung – sowohl der verwendeten Substanzen als auch des fertigen Produktes – nicht zulässig. Zur Gewinnung und Verarbeitung von Naturkosmetik können folgende Verfahren eingesetzt werden: Pressung, Extraktion (mit Wasser, Ethanol, Glycerin oder Kohlensäure), Filtration, Destillation oder Trocknung.
Nach EU-Recht müssen kosmetische Mittel in allen Mitgliedsstaaten eine Beschreibung der verwendeten Inhaltsstoffe enthalten (ist die Verpackung hierfür zu klein, sollte die Zusammensetzung des Kosmetikums auf dem Beipackzettel angegeben sein). Das INCI-System (Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe) dient der Vereinheitlichung von Bezeichnungen. Es werden englische Namen für chemische Verbindungen und lateinische Namen für Pflanzen verwendet. Dabei sind die Namen der in den größten Mengen verwendeten Stoffe zuerst und die der kleinsten Mengen am Ende aufzuführen.
Konservierungsmittel unter Vorbehalt
Der Einsatz von Konservierungsmitteln in Kosmetika verhindert die Vermehrung von Mikroorganismen (Bakterien, Schimmel, Pilze), die gesundheitsschädlich sein können. Dadurch bleibt die optimale Konsistenz, Reinheit und Frische des Produktes länger gewährleistet und die Sicherheit gewährleistet.
Interessanterweise enthält Naturkosmetik auch von Ecocert zugelassene Konservierungsstoffe, dank denen das Produkt lange Zeit außerhalb des Kühlschranks aufbewahrt werden kann, ohne seine Eigenschaften zu verlieren. Dennoch handelt es sich hierbei um in der Natur vorkommende Stoffe natürlichen Ursprungs: Natriumbenzoat, Kaliumsorbat, Zitronensäure, Benzylalkohol, Salicylsäure, Sorbinsäure, Dehydroessigsäure.
Es lohnt sich, beim Thema Mikroplastik in Kosmetikprodukten noch einmal innezuhalten. Dabei handelt es sich um kleinste Kunststoffteilchen (synthetische Polymerpartikel) mit einem Durchmesser von weniger als 5 mm. Am häufigsten kommen sie in Cremes, Peelings, Duschgels, Zahnpasten, Seifen, Shampoos, Balsamen und dekorativen Kosmetika vor.
Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Mikroplastik negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann und eine ernsthafte Bedrohung für die Umwelt darstellt. Schätzungsweise landen jedes Jahr bis zu 40 Tonnen Mikroplastik in der Ostsee! Nur Naturkosmetik enthält sie nicht.